Wie sieht ein Praktikum im Einzelhandel aus?

Ein erster Schritt, in den Beruf der Einzelhandelskauffrau / des Einzelhandelskaufmanns “hineinzuschnuppern”, ist ein Praktikum in diesem Bereich. In einem Praktikum erleben Sie alle Prozesse aktiv mit, die Sie später auch als Festangestellter ausüben müssten.

Bei einem Praktikum im Einzelhandel werden Sie in alle Bereiche des Einzelhandels eingeführt. Dazu gehört der Ein- und Verkauf von Waren sowie die praktische Erfahrung im höflichen und netten Umgang mit Kunden. Ein kleiner Tipp: Wer hier schon merkt, dass er oder sie Schwierigkeiten mit dem permanenten Umgang mit Kunden hat, der sollte sich schon während des Praktikums nach einem neuen Berufsbild umschauen. Denn der stets höfliche Umgang mit Menschen ist bei dem Beruf der Einzelhandelskauffrau bzw. des Einzelhandelskaufmanns das A und O.


Die Dauer eines Praktikums kann zwischen einigen Wochen bis hin zu einem halben Jahr variieren. Für Unternehmen ist es als ideal, wenn ein Praktikum in einem Zeitraum von 3 – 6 Monaten absolviert wird. Der Grund dafür liegt in der nötigen Einarbeitungszeit, die jedes Mal anfällt, wenn ein neuer Praktikant eingestellt wird. An einem mehrmonatigen Praktikum ist das Unternehmen also vor allem interessiert, weil es dadurch wertvolle Zeit sparen kann. Wichtig ist, dass Sie sich schon früh genug um einen Praktikumsplatz in dieser Branche kümmern, da sich mitunter viele Bewerber auf eine Praktikumsstelle bemühen.

In der Realität sieht es dann leider nicht selten so aus, dass Praktikanten als kostenlose Arbeitskraft eingesetzt werden. Es kann passieren, dass sie für relativ eintönige Aufräumarbeiten benutzt werden oder im Lager Sortieraufgaben übernehmen müssen. Wenn Sie sich für ein Praktikum im Einzelhandel entscheiden, sollten Sie ruhig von sich aus aktiv den Kontakt zu den Kunden suchen und selbst Initiative zeigen. Wenn Sie z. B. Kunden sehen, die sich schon Hilfe suchend umschauen, können Sie als Praktikant auf jeden Fall auf diejenige Person zugehen und ihr behilflich sein.

Sie sollten nicht vergessen: Auch wenn Sie von der Leitung andere Aufgaben zugeteilt bekommen haben, wird ein solches Engagement wahrgenommen und honoriert. Es ist verständlich, dass Sie damit nicht Ihre eigentlichen Aufgaben vernachlässigen dürfen. Sonst kann das gut gedachte Engagement auch schnell zum Nachteil werden. Wenn Sie aber immer dann, wenn es die Zeit zulässt, ein gewisses Maß an Eigeninitiative zeigen, werden Sie schnell positiv auffallen und vielleicht sogar von den Arbeitgebern belohnt.

Nicht selten kommt es in diesem Zusammenhang vor, dass gute Praktikanten am Ende ihres Praktikums auch vom jeweiligen Unternehmen übernommen werden. Andererseits müssen Sie sich als Praktikant dafür auch wirklich auszeichnen, da der Anspruch der Arbeitgeber für eine Anstellung relativ hoch ist. Aus diesem Grund sollten Sie vom ersten Tag an ein positives Bild von sich hinterlassen, wenn Sie mit dem Gedanken spielen bei dem Unternehmen arbeiten zu wollen.

Was ist eigentlich ein Praktikum?

In der Wirtschaft wird ein Praktikum als eine Tätigkeit definiert, um im angestrebten Beruf erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Normalerweise finden Praktika somit während der eigenen Berufsausbildung statt, bzw. während des Studiums.

Gerade während der Schulzeit sind die in den Curricula vorgesehenen 2- bis 4-wöchigen Praktika als Orientierungshilfe bei der Suche nach dem eigenen Berufswunsch gedacht. Diese sehr bekannte Form des Praktikums nennt sich auch Betriebspraktikum. In dieser Zeit erste praktische Erfahrungen zu sammeln ist wichtig, um die Vorstellungen vom Beruf gründlich durchdenken zu können. Nicht selten macht erst ein Praktikum bewusst, welche Tätigkeiten zu einem bestimmten Beruf gehören.

Eine andere bekannte Art des Praktikums ist das sogenannte Praxissemester. Gewöhnlich werden diese Praktika von den Fachhochschulen vorgegeben. Hier wird im Rahmen einer Berufsausbildung der praktische Teil des Studiums bzw. der Lehre in einem Betrieb erlernt. Meist ist das Studium so angelegt, dass ein solches Praxissemester am Ende des Grundstudiums absolviert werden sollte. Die Dauer des Praxissemesters beträgt in der Regel zwischen 3 – 6 Monate.

Praktikumsplätze im Ausland

In manchen Berufen ist es heute schon ein Praktikum im Ausland Pflicht. Solche Auslandsaufenthalte sollten gut geplant sein und am besten schon zu Beginn der Ausbildung organisiert werden. Eine Besonderheit daran ist, dass nicht alle Länder so etwas wie ein Praktikum im deutschen Sinne kennen. Dementsprechend reagieren manche ausländische Unternehmen auch eher zurückhaltend auf Bewerbungen, da sie unter anderem verpflichtet sein könnten, Ihnen als Praktikant einen Mindestlohn zu zahlen.

Auf europäischer Ebene gibt es mit dem Leonardo da Vinci Programm eine Organisation, die z. B. Praktika in anderen EU-Ländern ermöglicht. Wer sich also für ein Praktikum im Ausland interessiert, sollte sich auf jeden Fall einmal mit diesem Programm auseinandersetzen.

Ein Anerkennungspraktikum

Eine weitere Form des Praktikums stellt das Anerkennungspraktikum dar. Ein solches Praktikum wird in der Regel nach dem erfolgreichen Ende einer Fachausbildung absolviert, um damit den vollen Berufsabschluss zu erreichen. Normalerweise dauert ein solches Praktikum ein ganzes Jahr. Ein bekanntes Beispiel, bei dem ein solches Anerkennungspraktikum absolviert werden muss, ist die Ausbildung zum Erzieher.

Vergütung beim Praktikum im Einzelhandel

Auch bei den Praktika im Einzelhandel sieht es mit der Vergütungsstruktur nicht sonderlich gut aus. Wie in den meisten anderen Branchen werden Praktika auch im Einzelhandel oft schlecht entlohnt. Mittlerweile kann noch nicht einmal davon ausgegangen werden, dass wirklich alle Einzelhandelsunternehmen überhaupt eine Vergütung für ein Praktikum zahlen.

Eigentlich ist dieser Umstand natürlich nicht vertretbar, vor allem wenn die Praktikanten als eine volle Arbeitskraft eingesetzt werden. Ebenso passt diese Vergütungsweise auch nicht mit dem Anspruch vieler Arbeitgeber zusammen, die bei den Bewerbern um ein Praktikum die gleichen Bewerbungsanforderungen stellen wie an Absolventen. Wenn Sie sich jedoch ein wenig Mühe bei der Suche nach einer richtigen Stelle geben, sollten Sie früher oder später auch eine vergütete Praktikantenstelle finden!